Eine steinalte Landschaft
Die grundsätzliche Lage, Ausrichtung und Oberflächenform von Tälern hängt stark zusammen mit den jeweiligen tektonischen und geologischen Verhältnissen.
Aufgrund der bis heute andauernden Kollision der adriatischen mit der europäischen Platte verlaufen in den Alpen die grossräumig angelegte tektonischen Störungslinien quer dazu von Südwesten nach Nordosten.
Die erste Anlage des Lötschentales geht zurück auf eine massive tektonischen Beanspruchung und Überprägung (Metamorphose) des über 500 Mio. Jahre alten Untergrundes während der alpinen Gebirgsbildungsphase (vor 66 Mio. Jahren). Die stark zermürbte und deshalb erosionsanfällige Schieferzone (Altkristallin) lässt sich weiterverfolgen über die Lötschenlücke, den Grossen Aletschfirn, die Grünhornlücke und das Oberaarjoch zur Grimsel.
Von Granit umgeben
Nördlich und südlich wird das Lötschental eingerahmt von wesentlich jüngeren, kompakten und damit sehr resistenten Granitkörpern (Bietschhorn-/Gasterngranit, Alter 330 Mio. Jahre).
An der südlich gelegenen Gipfelkette vom Breitlauihorn zu den Lonzahörnern ist die Grenze zwischen diesen Einheiten anhand einer markanten Farbänderung von hell zu dunkel deutlich zu erkennen.

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Der horizontale Druck von Süden während der Gebirgsbildung hat im Lötschental die Gesteinsschichten steil aufgestellt.
Auffällig treten sie als langgezogene Schichtrippen am südlichen Hang und in der Talzone an die Oberfläche.