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Wald – ein alpiner Joker?!

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Einst ein wertvolles Gut

Der Wald nahm im traditionellen Lebens- und Wirtschaftsraum des Lötschentales wichtige, teilweise aber sich widersprechende Funktionen wahr. Obwohl bedeutsam als Lawinen- und Murenschutz, wurde dennoch gerodet, um in der Talstufe und auf den Alpweiden die landwirtschaftliche Nutzfläche auszu­dehnen. Gleichzeitig wurde der Wald als Lieferant für existenzielle Rohstoffe wie Bau- und Feuerholz verwendet, und er war damit insgesamt einem enormen Nutzungsdruck ausgesetzt.

Da mit dem Export von Hölzern häufig der einzige monetäre Gewinn erzielt werden konnte, galt eine Gemeinde dann als vermögend, wenn sie im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine möglichst grosse Waldfläche besass.

Besonders am sonnenexponierten Hang, in Reichweite der Dörfer und Alpsiedlungen, war der Wald zu Beginn des     20.Jahr­hunderts auf wenige Reliktstandorte, meist in Form von Lawinenbannwäldern, zurückgedrängt worden.

Waldnutzung heute ein Defizitgeschäft

In Zeiten globaler Wirtschaftsbeziehungen ist die Waldnutzung im Lötschental nicht mehr konkurrenzfähig. Da in den steilen Hanglagen im Gebirge fast ausschliesslich mit kostenintensiven Techniken (Helikopter, Seilbahnen) gearbeitet werden muss, kann selbst sibirisches Fichtenholz – trotz der langen Transportwege – im Tal günstiger angeboten werden.

Angewiesen auf staatliche Subventionen, ist es den Forst­betrieben heute meist nur noch möglich, die notwendigsten Pflegemassnahmen durchzuführen. Unternutzte Wälder überaltern allerdings schnell und Totholz kann sich vermehrt ansammeln. Damit werden sie deutlich anfälliger gegenüber Wind- und Lawinen­bruch oder Waldbränden. Aktuell dehnt sich die Wald­fläche auf natürlichem Wege kontinuierlich aus, und das abwechslungsreiche kleinbäuerliche Kulturlandschaftsbild, bestehend aus einer auch ökologisch wertvollen Mischung von Acker-, Wiesen- und Waldflächen, geht verloren.

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